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Plastik ohne Ende? Moderne Kunststoffe im Alltag

Ob Plastikspielzeug, Babywindel oder Fahrradhelm - Kunststoffe gibt es überall, denn sie sind praktisch und für vieles zu gebrauchen. Aber sie belasten auch unsere Umwelt. Sind Biokunststoffe eine sinnvolle Alternative?

Stand: 30.03.2017

Eine Ente aus Plastik | Bild: BR

Schon in seinen ersten Lebenstagen hat ein Baby mit Kunststoffen zu tun: sein Fläschchen aus Kunststoff z. B., unzerbrechlich und leichter als eine ähnliche Flasche aus Glas – Vorteile, die Mütter und Babys schätzen.

Und selbstverständlich braucht ein Baby auch regelmäßig eine frische Windel. Eine Windel, die alles aufsaugt, was ein Säugling in die Hose macht, damit seine zarte Kinderhaut trocken bleibt. Mehrere Liter Wasser schluckt eine moderne Kunststoffwindel, ohne dass auch nur ein Tropfen nach außen dringt. Das schafft keine Stoffwindel.

Wahre Alleskönner

Kunststoffe  stecken aber auch in so manchem Kleidungsstück: Vor allem in Sportjacken und -Hemden haben sogenannte Mikrofasern die Naturfasern weitgehend verdrängt. Die synthetischen Fasern können winddicht, atmungsaktiv  und wasserabweisend  zugleich sein.

Kunststoffe haben auch im Auto ihren Platz, im Innenraum besteht fast alles aus Plastik:  Der Gurt, die Sitze, das Armaturenbrett. Kunststoffe können in alle möglichen Formen gebracht werden, sie sind leicht und das ist günstig für den Kraftstoffverbrauch. Dennoch: 100 Kilogramm Kunststoffe stecken heute in einem Durchschnittsauto.  

Wegwerfprodukte mit Folgen

Die Lebensdauer der meisten Kunststoffartikel im Alltag ist kurz. Obwohl der Rohstoff Erdöl knapp zu werden droht, sind Kunststoffe noch immer sehr billig herzustellen. Getränkeflaschen und Einkaufstüten landen oft schon nach einmaligem Gebrauch in der Mülltonne. Um die Materialen wieder verwerten zu können, müssen sie in aufwändigen Verfahren wieder voneinander getrennt werden.

Das geschieht in modernen Sortieranlagen. Denn nur aus sortenreinen Kunststoffen können auch wieder brauchbare Kunststoffe hergestellt werden. In Deutschland wird weniger als die Hälfte des anfallenden Kunststoffmülls wieder zu Kunststoffen recycelt. Der größere Teil wird verbrannt oder er landet auf dem Müll und macht dort große Probleme. Denn Plastik ist sehr beständig gegenüber Umwelteinflüssen. Die Überreste achtlos weggeworfener Flaschen, Tüten und Folien schaden der Umwelt jahrezehntelang.

Bioplastik: der Kunststoff von morgen?

Hoffnung machen da Biokunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen z. B. Mais. Biologisch abbaubare Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen gelten als vielversprechende Alternative zu den herkömmlichen Kunststoffen aus Erdölprodukten. Daran wird seit Jahren eifrig geforscht. Ihr Anteil ist allerdings noch sehr gering, er liegt schätzungsweise unter einem Prozent. 


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